Aufgrund des Taifuns hatte das Flugzeug aus Osaka den Flughafen Okinawa nicht erreichen können und der Flug nach Ishigaki wurde abgesagt. Die Fluggesellschaft stellte aber schon 2 Stunden später die nächste Möglichkeit bereit und ich kam doch noch wie vorgesehen auf dem Inselparadies an.
Meine Unterkunft ist Andys Gasthaus, ein Deutscher aus Bremen mit seiner jetzt deutsch-japanischen Familie im Inselparadies.
Lockere Socke, Schnorcheltour im Programm und beste Ratschläge für die Insel. Am selbigen Tag ist auch Karen aufgeschlagen, eine fitte Amerikanerin gehobenen, mittleren Alters, die Andy im Gasthaus unterstützt und dafür zur freien Logie hausen darf. Sie ist neben ihrer Arbeit in Japan auch viel auf den Socken unterwegs, während ihre Family in den USA lebt. Und das merkt man ihrer Weltanschauung auch an. Allein die Gespräche der ersten 2 Abende haben die Tage der "begegnungsruhigeren" Unterkünfte Japans schon fast wettgemacht.
Genug geplaudert, ab ins Wasser! 3 Tauchgänge am ersten Tag. Die ersten zwei zeigten erneut die klimatischen Auswirkungen.... durch nahezu alle Korallen hat das viel zu warme Wasser durchrasiert. Ein weitreichender, von ausgeblichenen und zerfallenen Korallen gezeichneter Korallenfriedhof liegt auf dem Meeresgrund. Schlimmer noch als auf Okinawa.
Hier und da mal eine farbige Weichkoralle, aber der Brenner ist's nicht. Demzufolge auch weniger Fische zu beglotzen.
Der 3. Tauchgang war das Highlight. In "Manta City", eine Putzerstation für die Mantarochen, treffen stets und ständig die breitgezogenen Riesen ein, um sich von Putzerfischen anknabbern zu lassen. Und was für Oschis das sind! Mega Teppiche, die im Kreis um die Putzerstation herum durch die Welle gleiten.
Apropos Welle - die war diesmal auch ein untypischer Kaventsmann! Das ist die Welle, die Ishigaki vom Taifun aus Kyushu jetzt erreicht. Wer sich unter Wasser nicht mit beiden Händen am Fels festhalten konnte, würde eine kleine Achterbahnfahrt unter Wasser erleben. Wie Fahnen im Wind, der alle 3 Sekunden seine Windrichtung in die entgegengesetzte ändert, klammerten wir am Fels. Aber es lohnte sich voll. 3 Mantas zeigten sich und schwebten teils 1-2 m über unseren Köpfen hinweg. Teils wurden die auch von der Welle etwas herumgewirbelt - aber das wenigstens elegant im Vergleich zu uns.
2 Nächte habe ich noch auf Ishigaki und die "Not", Japan über Osaka oder Tokyo bis 11.09. zu verlassen.
Am 02.09. läuft der Osaka-Taifun aus, aber aus Süden nähert sich schon der nächste. Diesmal (vorläufig und zum ersten mal) mit Ziel Richtung Okinawa. Irgendwie werde ich versuchen, mich zwischen den beiden durchzudrücken.