Mit Verlassen des Shiretoko Nationalparks ziehen auch die Wolken ab. Blauer Himmel und über 30 Grad dominieren nun das eigentlich milde Wetter in Hokkaido. Da kommt es sehr gelegen, mit Bus und Bahn in Richtung Westen ein bisschen Strecke zu machen. Auf dem Weg liegt die Hafenstadt Kushiro, wo ich einen Zeischenstopp einlege, und die Stadt Obihiro mit dem Tokachigawa-Onsen im linken Winkel des sogenannten Hokkaido-Onsendreiecks.
Die Übernachtung bei einer Gasthausfamilie war grandios. Das Gasthaus war besser ausgestattet und die Gastgeber netter, als man es in einem Hotel/Hostel erwarten könnte (und selbst dort ist meist alles tippi toppi). Auch im Gasthaus untergebracht war ein Ehepaar, das für eine Nacht extra aus Sapporo angereist kam, um in die heiße Quelle/Onsen zu gehen. Am frühen Abend luden sie mich auf Bier, Highball und Snacks ein und wir schnatterten etwas. Sie bestätigten, dass die Japaner richtige Europafans sind, was das Reisen betrifft. Speziell auch Deutschland mögen sie, da wir fokussierten, fleißigen und effizienten Deutschen in dieser Hinsicht ziemlich ähnlich mit den Japanern seien. Sagten sie. Sehr nette Leute! :)
Danach, gegen 10 Uhr, fiel die Temperatur unter 25 Grad und ich ging auch noch ins Onsen. Da ließ es sich im Freien zwischen dem "Aufkochen" in der heißen Quelle wenigstens etwas abkühlen.
Jetzt sitze ich in der "Kartoffel"-Buslinie :D Richtung Hakodate, ganz im Süden von Hokkaido, von wo aus es bis Sendai geht. Dort möchte ich die Gelegenheit beim Schopfe packen, ein Festival mitzuerleben, das am nächsten Sonntag stattfindet. Wird hoffentlich besser, als das in Sapporo. Daher steht meine Route erstmalig für mehr als 8 Tage fest. Richtig ungewohnt. Ein schöner Nebeneffekt sind natürlich auch die günstigeren Unterkünfte bzw. eine bessere Auswahl. Gerade an Wochenenden sind die Preise unverhältnismäßig hoch. Aber ok, das ist halt der Preis der Spontanität.
Mal schauen, wie das läuft.