Zzzsscchh mit über 300 km/h im Shinkansen zu brettern fetzt! Nach Unterquerung des japanischen Meeres durch den 54 km langen Tunnel zwischen Hokkaido und der Tohoku-Region betrat ich im Ort Aomori erstmals "großes" Festland. Hier wurden Stätte der Jomon gefunden und rekonstruiert. Für ein Kulturerbe kann man sich das mal anschauen, der Brenner war es allerdings nicht.

Viel interessanter sind die Burgen der früheren Feudalherren, von denen es in Tohoku viele gab und einige wiedererbaut wurden. Fette Steinmauern in unverwechselbarer Architektur, aber die Burggebäude sind größtenteils aus Holz und bei weitem nicht vergleichbar mit europäischen Burgen. Mega stylisch sind die allemal und bei den ausgestellten Samurairüstungen und Katanaschwerten werde ich auch zum lupenreinen Fotografier-Tourist! :) Um die Burgen herum stehen auch ehemalige Samuraisiedlungen, Teehäuser, Händlergebäude und natürlich Schreine, die einen etwas in die Edo-Zeit zurückversetzen lassen. Das fetzt einfach!


Den ergänzenden Kulturtouch sollte das Festival in Sendai bringen... Ja, "sollte". Es findet zwar am siebten Tage des siebten Monats statt, damit ist hier aber der 7. August gemeint :D

Ganz stark. Auf der Webseite stand aber auch explizit Juli. Ganz sicher. 100%! :D Es ging nicht nur mir so. Im Hostel traf ich seit langem mal wieder eine Europäerin, sogar Deutsche, Antonia. Sie hat ihren Zwischenstopp, in Richtung Norden reisend, auch extra für das Festival in Sendai eingelegt und sich nicht weniger geärgert als ich. Naja... schön, wenn man nicht der Einzige ist.

Mittlerweile zieht das Wetter auch weiter an, bzw. aus. Schwüle Hitze tagsüber und gelegentlich abends mal ein kühlender Schauer. Die japanische Küche hält für solche Hitze kaltes Soba bereit, wofür ich mich erst einmal belesen musste, wie man das isst. Es werden nicht nur lauter kleine Schälchen und Soßen zu den auf einem Bambustablett angerichteten Nudeln gebracht, sondern auch eine Teekanne mit - wie ich durch Recherche erfuhr - Nudelkochwasser, was zum Schluss in das Sojasoßenschälchen gekippt und als Tee getrunken wird. Lecker!

Nun geht die Fahrt weiter in die Region Kanto.