Diesmal hatte ich Glück mit dem Festival. Am Sengaku-ji Tempel fand das Mitama Matsuri Fest statt! Entlang des Weges zum Schrein wurden tausende gelbe Papierlaternen aufgehängt und durch die schieren Menschenmassen tanzte ein Papierdrache in Richtung Tempel. Noch geiler war der Bon Odori Trommeltanz. In der Mitte eines Platzes bei dem Schrein befindet sich ein buddhistisches Irgendwas, wo eine Trommlerband ordentlich den Takt angab und ein paar Vortänzer die Dancemoves ablieferten. Jeder, der wollte und 1 bisschen tanzbegabt ist, konnte im Takt dazu im großen Kreis um die Band herum mit abshaken (deswegen habe ich besser nur Fotos gemacht). Ein riesen Synchrontanz-Strudel entstand dadurch! Stimmung!!


Am nächsten Tag auf dem Tokyotower konnte ich zum ersten Mal den Fuji-San in gut 100 km Entfernung sehen! Yees!! Geil. Hoch da! Nur deswegen "quäle" ich mich durch die schwüle, japanische Hitze. Juli und August sind die Monate der Wahl, wenn man auf dem obersten Rand des Ikone-Postkartenmotives eine Runde drehen will. So soll es sein! Leichtes Kribbeln in den Fingern. Vorfreude auf 100% geladen. Da packte es mich auch zum ersten Mal, dem prickelnden Tokyo den Rücken zu kehren.


Noch gab es hier aber einiges zu sehen.

Zum Beispiel das Metropolitan Government Building mit der angeblich weltgrößten Light Show (lt. Guinnessbuch der Rekorde), welches erneut vom Erzfeind Tokyos angegriffen und in Mitleidenschaft gezogen wurde - Godzilla hat wieder Backen gemacht! Hat überall das blaue Zeug hingesabbert und immer nachgetreten, wenn schon einer am Boden lag. Der Tierschutz hat aber schnell reagiert und Zilli mit gezielten Salven japanischer Kampfkunst ruhiggestellt. Nach 6 Minuten war das Spektakel vorbei. Geil! Godzilla halt.

Im Stadtteil Shinjuku hat ein Hotel auf seinem Dach auch einen Godzillakopf in Lebensgröße abgeparkt :D

Es ist einfach unfassbar, wie die hier auf das ganze Zeug abfahren.

Beim Herumschlendern ist mir auch ein steampunk-ähnlicher Eingang aufgefallen... ein Mandarakestore. Sah geil aus, isser rein, ging es erstmal einfach 3 Etagen tief ins Erdreich :D Da haben sie wohl noch eine freie Stelle in Tokyos Untergrund zwischen all den Metrolinien und -stationen gefunden, wo sie ein bisschen Raum nutzen können. Der Gang nach unten war wie eine Tropfsteinhöhle ausgekleidet und je tiefer ich kam, desto modriger roch es. Um die letzte Ecke und durch die Eingangstür durch stand ich in einen riesen Raum - eher Etage oder Halle - natürlich voll mit Comics, Animes etc. Schmale Gänge, durch die nur 1 Person gleichzeitig passt, Regale bis an die Decke, aus Holz der urige Boden, der für den angenehmen, modrigen Duft sorgte... Klar, es war wieder "nur" ein Comicladen, aber einfach wo und was für Lokalitäten man hier findet ist immer wieder eine kleine Überraschung und so wird jeder kleine Ausflug auch abseits der Hauptwege ein Erlebnis.

Dazu zählen zum Beispiel auch die Gräber der 47 Ronin am Sengaku-ji Tempel oder das Grab Hattori Hanzos, bekannt aus Kill Bill. Wenn wir ein mal beim Thema sind: das Restaurant, das für die Kampfszene in Kill Bill Vorbild war, steht hier auch.


Klassiker, wie die meistfrequentierte Shibuya-Kreuzung zur Rush Hour, waren natürlich auch Pflicht. Wobei hier fast jede bahnhofsnahe Kreuzung oder Straßenzüge in Shopping Areas einem Ameisennest gleichen.


Tokyo war mega cool und wird nie langweilig, aber für mich geht's jetzt weiter!