Nach meinen schreibfaulen Tagen haben es nun auch die 2 noch offenen Beiträge ins Tagebuch geschafft und der Fuji kommt direkt hinterher:

Ausgangspunkt des beliebtesten Trails zum Gipfel (Yoshida-Trail) ist der Ort Fujiyoshida, also eine halbe Runde von Fujinomiya aus um den Berg herum. Prinzipiell lässt sich der Gipfel an einem Tag bequem erreichen und den Abstieg schafft man auch. Wenn man allerdings den Sonnenaufgang sehen will, geht das seit diesem Jahr nur noch mit Übernachtung in einer der Hütten, die vom Trailstart an der 5. Station bis zur letzten (9.) Station vor dem Gipfel verteilt sind und von denen man am besten auch eine der obersten auswählt, um in der Nacht nur eine möglichst kurze Reststrecke hochstiefeln zu müssen.

Vor einem Monat hatte ich geschaut, da waren nur noch Plätze an der 5. Station frei. Als ich jetzt nochmals schaute, ist auf der 8. Station glücklicherweise ein Platz frei geworden, den ich mir sofort stibitzt habe! Übernachtung ist safe.

Um mich konditionell etwas vorzubereiten bin ich auch nicht von der 5. Station los, sondern einen Tag vor Aufstieg von der 0. Station, also vom Ausgangspunkt Kanadorii in Fujiyoshida. Das waren gute 16 km bei 35°C durch -wenigstens- schattigen Wald. An den Wegen hingen Warnschilder vor Bären! Diesmal blieb eine Begegnung aus.

An der 5th angekommen war die Temperatur mit 25° etwas gnädiger. Nationalparkgebühr abgecasht, Banane gesnackt und auf geht's! Der Weg ist top, die Konditionen perfekt. Kein Regen, kein Nebel, kein stürmiger Wind, wie es zuletzt auch in Foren geschrieben wurde. Von 70-Jährigen bis 5-Jährigen war jede Altersklasse anzutreffen. Die Hütten stellten Verpflegung bereit und wer sich einen traditionellen Wanderstock aus Holz gekauft hat, konnte sich darauf als Souvenir Stempel einbrennen lassen.

In meiner Hütte angekommen wurde mir der nächste Schlafsack zugewiesen. 16:30 Uhr gab es Curry zum Abendessen gefolgt von ausgiebigem Beine hochlegen.

01:30 Uhr stand der Weckdienst in der Tür, wobei den nur noch eine Hand voll Leute brauchten. Die meisten wuselten schon früher herum, um schnellstmöglich zum Gipfel zu kommen. Die Strecke ist nicht das Problem, eher die Massen an Leuten, die nun auch von den tiefergelegenen Hütten, jeder mit einer Stirnlampe auf der Rübe, wie eine endlose Lichterkette nach oben strömten und auch für Stau sorgten :D

Ich bin ca. 2:00 Uhr los und erreichte 4:00 Uhr das ersehnte Ziel! 3776 m! Noch 50 Minuten Zeit bis zum Sonnenaufgang und der war einfach mega! Von oben auf die Wolken zu gucken fetzt! Die Aussicht fetzt! Vulkan, geil! Feinstes Erlebnis!

Ich drehte noch eine Runde auf dem Kraterrand, wo sich sogar ein Postamt befindet, bevor ich den Weg abwärts antrat.


Zurück im Hostel ab unter die Dusche! Wasser zum Waschen gibt es auf den Hütten nämlich nicht, igittigitt :D Da heißt die Dusche Feuchttuch. Und dann ab ins Nest! Muskelkater wird mich morgen früh begrüßen :)