Bin in China wohlbehalten angekommen - um es nochmal deutlich zu machen: mit eher tränenden Auges statt freuenden.


Das möchte ich nach gerade einmal 2 Tagen Beijing unterstreichen, denn diese Stadt ist das gelebte Gegenteil zu den letzten 3 Monaten.

Die Sauberkeit etwas individueller, die Freundlichkeit und Rücksichtnahme scheinbar unbekannte Begriffe und für's Wohlbefinden wird von Jedermann voller Inbrunst herzhaft in die Ecke gespuckt. Das ist nicht China, klar, das ist Beijing.


Zumindest bin ich nun, am 2. Tag, "angekommen". Der Start, also die Landung :) und was danach kam bis jetzt, gestaltete sich nicht so spielerisch.

Am Flughafen spricht keiner Englisch. Der Mobilfunkladen schloss 1 Minute vor meinem dortigen Aufkreuzen. Flughafen-Wifi - gibt's! ...nicht für mich. Brauchste 'ne Handynummer zum Registrieren.

Mit Google Maps zum Hotel wird natürlich nix, weil China und Google best friends sind. Hatte deshalb vorab Baidu maps installiert, aber versteh' ich buchstäblich nur Chinesisch. Sprache Englisch gibts nicht. Unterkunft ist in Maps.me gespeichert, am Metroschalter nach Zugverbindung gefragt, null Englisch. Adresse auf Maps.me gezeigt und sie konnte mir die Zugverbindung in baidu reinhacken, damit ich Linie, Anzahl der Halte und Umstiege zwischen den chinesischen Schriftzeichen sah.

Schon 1 bisschen nervig. Kein google maps, WhatsApp, Telegram, Instagram, Meta, gmail, chrome etc.

Die Ersatzapps sind alle auf chinesisch, die Suchergebnisse auch. Habe als Alternative "Swisscows" gefunden. Ist keine Partnerbörse für bergliebende Wiederkäuer. Die sucht als Alternative ganz passabel und die Kommunikation mit der Außenwelt läuft nur über das gute, zuverlässige GMX :D Außerdem ist für diese Zeit nur mein Notfallhandy im Einsatz, was das hochladen geeigneter Fotos verzögern wird.


Habe dennoch gut ins Hotel gefunden. Abgepennt. Nächsten Tag 'ne SIM-Karte gegrabbt und kann nun wenigstens mit 2 Kartenapps navigieren und die ersten Spaziergänge absolvieren. Beijing bietet mir von fernöstlicher Traumarchitektur bis zu tiefwestlichem Shoppingwahneldorado allerlei dar. Ich knipse Fotos davon. Andere knipsen Fotos von mir, bildet sich meine Paranoia ein. Die wollten sicher nur ein Foto von genau dieser einen, stinknormalen Laterne machen, unter der ich zufällig saß. Ein Anderer will 'n Selfie direkt vor mir (und somit mit mir) machen, aus dem ich mich graziös herausmanövriert habe und das geht so den ganzen Tag immer mal wieder.

Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Vielleicht gefällt den Leuten auch einfach nur der Hund auf dem Surfbrett, der auf der Welle auf meinem T-Shirt surft 😎 jaa, cool, wa? :) Oder sie kannten bisher den wütenden Donald Duck nicht, der das andere T-Shirt ziert. 😎

Mich unbehagt das aber etwas. Ich achte mehr darauf und schmeiße den Handanker zur 90-Grad-Wende um den Fotos zu entrinnen. Lass den Feind nie deinen nächsten Schritt wissen. Wie ein Karnickel auf der Flucht, nur NOCH agiler! Zack! Zack! :D

Gegen geistigen Leerlauf habe ich an 2 privaten Freiluftseminaren zur Scam-Prävention teilgenommen. Erst ein "Englischlehrer", der mit seinen 2 Kolleginnen eine kleine Gallerie mit selbstgemalten Bildern hat, die heute den letzten Tag in einem Raum eines Bürogebäudes zu sehen seien und ich mich über eine kostenlose Führung glücklich schätzen darf! Eiverbibbsch! Hab ich ein Mehl!


Zweiter Scamversuch von einer "Englischlehrerin", die ihre Englischkenntnisse gerne verbessern möchte und mir deswegen die umliegenden Attraktionen erläuterte, womit sie mich aber kurz gesagt auf 'ne Teezeremonie locken wollte. Während des Gespräches sind wir zu meinem Tempo weitergelaufen und genauso schnell hat sie gesprochen, um ihren Text bis zur nächsten Sicherheitskontrolle fertig aufgesagt zu haben... die Gute war ganz schön aus der Puste :D

Vor Erreichen des Postens klingelte zufällig ihr Handy und sie verabschiedete sich ganz schnell...


Naja, die können einem schon Leid tun. Darüber lasse ich mich vielleicht noch später zu gegebenem Zeitpunkt etwas aus. Schön ist so ein Gescamme dennoch nicht, wenngleich es hier um die wohl "angenehmsten" handeln dürfte. Denn Dank der vielseitigen Sicherheitsgestaltung muss man schon ein Geist sein, um unentdeckt auf ne Ameise treten zu können.