Nach einem kurzen Flug machte ich mich in Seoul auf Erkundungstour. Noch bepackt mit kleinen Snack-Geschenken von einer chinesischen Freundin Jiangs, von meiner Hostel-Hostin, von einer Mutter mit Tochter, die zu einer Hochzeit auf Jeju waren und mit denen ich beim Warten auf den Bus zum Flughafen ins Gespräch kam. Bei jeder Gelegenheit wird einem etwas wie Algenchips, Orangenkuchen, Orangenkaubonbon, K-Pop-Bonbons, Orangenbrötchen etc. gegeben. Auch wenn sie sich das selbst als Souvenir für zuhause oder zum später essen geholt haben, hier wird geteilt.


Gut vorbereitet konnte ich so durch die Straßen flanieren, bis aufs Handy eine Notfallmeldung über unbekannte, nordkoreanische Flugobjekte kam, die in den südkoreanischen Luftraum eindringen. Schockschwerenot. Mit einer weiteren Meldung stellte sich heraus, dass es 300 mit Müll beladene Ballons waren, die Nordkorea als Antwort auf die zuvor mit Propagandazetteln beladenen Ballons Südkoreas schickte.


Einen ernsteren Einblick in die Situation den beiden Ballonfahrernationen gab es in der demilitarisierten Zone (DMZ), die zur Grenze im Abstand von gut 2 km zu jeder Seite verläuft. Erst gingen wir in einen der gut 70 m tiefen Angriffstunnel, die unter der Grenze gebuddelt wurden, danach gab es ein Interview mit einer 23-jährigen Überläuferin aus Nordkorea und abschließend warfen wir einen Blick auf Nordkorea selbst von Dorasan-Observatory. Dort sind die sich gegenüberstehenden süd- und nordkoreanischen Fahnenmasten zu sehen, der Ort Kaesong und das diplomatisch bedeutsame Panmunjom mit dem blauen Haus, das genau auf der Grenze steht und wo sich Stellvertreter beider Seiten treffen können. Der Besuch letzterens ist seit 1,5 Jahren nicht mehr möglich, da ein US-Soldat die Grenze überschritten hatte und festgenommen wurde. Schade. Sonst hätte ich auch einen Fuß auf nordkoreanisches Territorium setzen können.


In Seoul habe ich 5 Viertel besucht, vom Expat-Itaewon bis zum vom Luxus geprägte Gangnam. Überall ist Stimmung, riesige Märkte (Namdaemun), in denen man sich verlaufen kann, unterirdische Malls und nachts fackeln die Südis so richtig ab. Da wackelt der Zahn vom Bass allein schon beim Vorbeigegen an den Nachtclubs und Stroboskop und Nebelmaschine setzen noch eins drauf. Die Leute stehen Schlange, die Straßen leuchten irre und draußen wird vor Publikum Karaoke gesungen. Geil!


Wer es ruhiger möchte, kann auch gerne in ein Katzencafe. Oder Frettchen-Cafe. Oder Schaf-Cafe. Oder in eine Shiba-Bar. :D


Ach, geil. Seoul ist einfach auch mega!