Die Flugpreise ließen mich etwas eher nach Santiago flattern als beabsichtigt. Verschnaufpause in dem Betonjungel, der auch vor 5 Jahren bereits das Drehkreuz meiner zentralchilenischen Aktivitäten war und wo diesmal das Wiedersehen mit meinem Dad stattfand, wie vor 5 Jahren, nur dass diesmal nicht er am Flughafen wartete, sondern ich.
Zusammen sind wir noch durch die Stadt getingelt und haben uns über die Aufenthalte in Patagonien erkundigt und die Unterkünfte festgemacht.
Im etwas ruhigeren El Calafate haben wir Monsieur Fitz Roy besucht und sind etwas durch dessen Vorgarten gestiefelt. Nur seine Wohnlage ist etwas exponiert. Hier "draußen" ziehen sich die Straßen wie die ausdauernden Bemühungen der Guanacos, die anliegenden Wildschutzzäune zu überspringen, um von einer endlosen Steppenlandschaft in die andere zu gelangen. Wobei eher Wildfangzäune zutrifft. Die Guanacos, die beim Hochsprung über den Stacheldraht etwas patzten, hängen seitdem lässig herum und zieren somit teils seit mehreren Monaten die Landschaft mittels "Selbstdarstellung".
Aber auch lebende Guanacogesellen sowie Wildpferdherden und Nandu-Rotten galoppierten ein paar meter von uns entfernt und Andenkondor-Staffeln zirkelten im Tiefflug über uns.
Nur der Puma ließ sich nicht blicken.
Die Fahrt zum Aushängeschild Torres del paine blieb uns dank Mietwagengrenzübertrittsproblemen und dem - in diesem Fall zum Glück - vorherrschendem Dreckswetter vergönnt. Najaa...
Nur 1 Guanacosprung weiter südlich, in Ushuaia, bezogen wir über die Weihnachtstage Lager. Vati hat 2 kleine Stollen über die lächerlich strengen Grenzen geschmuggelt und im südamerikanischen Weihnachtsstil haben wir uns auch noch eine Panettone gegönnt.
Bisschen herumstiefeln, bisschen Zug fahren mit der wohl südlichsten Eisenbahn der Welt - hört, hört, bisschen Bootstour schippern auf'm Beaglekanal, bisschen Pinguine gaffen, bisschen Robben gaffen und 1 bisschen wieder keinen Puma sehen. Bisschen Rückflug nach Deutschland buchen. Bisschen wehleidig sein. Bisschen Sehnsucht. Bisschen nachdenklich.
Von allem nur ein bisschen soll ja ganz gut sein.
Das so weitreichende Patagonien und Feuerland sehen wir aus unserer Sicht mit dem Besuch dieser Orte vorerst als abgehakt an.
Wenn man tagelang mit Rucksack und Zelt besattelt durch eine quasi immergleiche Landschaft stiefeln oder radeln möchte, ist man hier richtig aufgehoben. Etwas mehr Abwechslung würde dieser Natur aber nicht schaden... vielleicht mal 'n modernes Parkhaus so als Anfang oder zumindest einen Puma!
Nun sind wir wieder in städtischem Gefilde unterwegs und wünschen allen hier Lesenden mit 4 Stunden Verzögerung aus Buenos Aires ein tolles, neues Jahr!
Möge jeder das Beste für sich daraus machen.