Am letzten Tag in Beijing konnte ich einen Gang herunterschalten. Der erste der 3 Feiertage des Mid-Autumn-Festes ist heute und die Chinesen nutzen das selbstverständlich ausgiebig. Tempelbesuche, Buchmesse im Park, Wettkampfringen, Polo spielen, Drachensteigen und an den Futterbuden etwas Knack auf den Kopf hauen. Im Schnellzug erreichte ich 4 Std. später auf halber Strecke nach Xi'An die Stadt Pingyao.
Kurz vor Einreise nach China bin ich wieder mit Jiang, die ich in Südkorea traf, in Kontakt getreten. Eigentlich wollten wir uns nochmal treffen, aber die Orte liegen zu weit auseinander. Jetzt ist Mid-Autumn-Fest. Dafür ist es Brauch, Mooncakes zu fooden. Und so war ihr zweiter Satz "I sent you Yunnan's flower cake and the ham moon cake." 🤗 Als ich im Hostel in Pingyao ankam, waren die Delikatessen bereits am Ziel. Im Zug hierher lernte ich Wu Pingying kennen. Auch sie gab mir zum Abschied was zum Knabbern mit. Und auch der Hostel-Host hat für jeden einen Teller Obst bereitgestellt. Sehr nett! Diese Mentalität trat ja schon in Südkorea auf, damals an der Bushaltestelle und nun bin ich für die 2 Tage vollverpflegt.
Die Flowercakes sind süßlich, mit Blüten im Innenleben. Die Mooncakes sind mit Schweinchen gefüllt. Zum Frühstück gab es vom Hostel einen Pingyao-Mooncake. Alle drei vereinen ein recht trockener Teig und werden am besten mit Getränk genossen. Aber lecker!
Ansonsten lässt der ungewollte Fame nicht nach. Ich sitze im Restaurant, direkt am Fenster und fange an, im mittlerweile gewohnten Umgang mit den Stäbchen in mich reinzuschaufeln, da steht auf einmal die ganze Bedienungsbelegschaft von 5 Damen neben mir, mustert und kommentiert meine Stäbchentalente und lobt mich sogar 😌. Dann zeigten sie, wie sie es bei anderen Touristen gesehen haben und lollten darüber ab. Ein Gegacker! :D Draußen, vor dem Fenster, zeichnet sich ebenfalls ein hingezogenes Publikum ab. Weiblein und Männlein schreiten mit einem leichten Grinsen vorüber. Einige verweilen länger und beobachten mich. Das Fotografieren und Filmen wird auch etwas nervig. Fehlt nur noch ein "Tanz, kleines Äffchen!".
Aber die Kinder hier sind putzig. Der Gastgeber hat 2 Töchter, die durch die Botanik tuscheln und kichern wenn sie mich und die anderen Weiß-Exoten sehen und wenn ich die externen Knirpse auf der Straße mit "Nihău" grüße, nachdem sie mich bereits stundenlang angaffen, sind die ganz aus dem Häuschen. :D Das fetzt. Der ein oder andere Chinese kommt auch aus sich heraus und wirft mir ein freundliches "Hello! Hello!" an die Rübe oder versucht ein bisschen auf chinenglisch zu talken.
Pingyao erweckt in den Nebenstraßen den Eindruck einer Wüstenstadt. Die Hauptstraßen sind etwas bunter und voller Shops & Restaurants, zwischen denen sich die Tempel etc. besuchen lassen. Kleines Highlight ist der Atze von Stadtmauer, welche zu 1 kleinem Spaziergang mit Sicht über's Städtchen einlädt.
Cool so weit.